Digitalen Geldhandel vereinfachen

Finan­zen Kryp­towäh­run­gen sind noch nicht auf dem Mas­sen­markt ange­langt. Ein Grund dafür ist ihre umständ­li­che Hand­ha­bung. Ein Team von Unter­neh­mern aus dem Rhein­tal will das ändern.

Zwei Din­ge braucht, wer heut­zu­ta­ge Bit­coin, Ethe­re­um und all die ande­ren Kryp­towäh­run­gen kau­fen will: Engels­ge­duld und Gott­ver­trau­en. Aus­ser­dem sind gute Ner­ven gefragt. So ist etwa der Bit­co­in­kurs mitt­ler­wei­le von 20’000 auf 3’800 Fran­ken abge­stürzt. Den­noch ist das Inter­es­se an den Kryp­towäh­run­gen unge­bro­chen. Wie funk­tio­niert der Han­del? Das beginnt schon beim Aus­wäh­len der rich­ti­gen Han­dels­platt­form.

Die Zahl der Kryp­to­bör­sen ist kaum über­schau­bar, und unter die seriö­sen Anbie­ter mischen sich auch Abzocker. Zudem gibt nie­mand ger­ne sen­si­ble Daten wei­ter. Und selbst wenn beim Kauf nichts schief gegan­gen ist,so bleibt die Sor­ge über Hacker­an­grif­fe auf die Kryp­to­bör­se, der man das Ver­trau­en schenkt. Ohne die nöti­gen Sicher­heits­vor­keh­run­gen, droht sogar der Ver­lust des digi­ta­len Gel­des. Die Inter­net­platt­form Cryp­toz Liech­ten­stein ist für Per­so­nen gedacht, die sich die Unan­nehm­lich­kei­ten beim Han­del mit Kryp­towäh­run­gen erspa­ren wol­len. Der Kun­de erstellt ein Benut­zer­kon­to, wählt die gewünsch­te Wäh­rung aus und ver­an­lasst per Maus­klick den Kauf­auf­trag. Den Rest macht Cryp­toz Liech­ten­stein. Der Dienst­lei­ster über­nimmt die Abwick­lung, unter­stützt bei der siche­ren Ver­wah­rung der Wer­te und ver­sen­det auf Wunsch die Steu­er­be­schei­ni­gung. Cryp­toz rich­tet sei­nen Ser­vice vor allem auch an pro­fes­sio­nel­le Finanz­dienst­lei­ster. Die­se könn­ten ein­zel­ne Leistungen,etwa den durch­weg digi­ta­len Onboar­ding-Pro­zess von Kunden,oder aber den gesam­ten Vor­gang­von Han­del und Auf­trags­ab­wick­lung mit Kryp­towäh­run­gen anCryp­toz Liech­ten­stein über­tra­gen.

Hin­ter der Web­platt­form steckt die Idee zwei­er Brü­der aus Seve­len im St.Galler Rhein­tal. Domi­nic und Seve­rin Beusch hat­ten in der Ver­gan­gen­heit «nicht nur posi­ti­ve» Erfah­run­gen beim Han­del mit Kryp­towäh­run­gen gemacht. Dies lie­fer­te den Anstoss für das Kon­zept von Cryp­toz. «Wir wol­len die Pro­zes­se ver­ein­fa­chen und pro­fes­sio­nel­ler machen», erklärt Seve­rin Beusch. Sein Bru­der Domi­nic mach­te ihn mit Eric Bade bekannt. Unab­hän­gig von den Beuschs hat­te auch Bade erste Erfah­run­gen als Pri­vat­per­son gesam­melt und dar­auf­hin mit sei­nem Part­ner Mar­kus Illi­gen begon­nen, eine Geschäfts­idee zu ent­wickeln. «Wir­stell­ten fest, dass wir uns auf­grund unse­rer unter­schied­li­chen Lauf­bah­nen gut ergän­zen», sagt Eric Bade. Dies führ­te Mit­te Okto­ber zur Fir­men­grün­dung im liech­ten­stei­ni­schen Scha­an. Zusam­men mit Seve­rin Beusch bil­den Eric Bade und Mar­kus Illi­gen das Grün­der­team. Domi­nic Beusch unter­stützt das Unter­neh­men in einer Bera­ter­rol­le. «Von Ver­trau­ens­wür­dig­keit hängt beson­ders viel ab im Finanz­we­sen», erklärt Mit­be­grün­der Bade. Schon des­halb sei Liech­ten­steinals Fir­men­stand­ort ide­al. Bei sei­nem Ruf als ver­trau­ens­wür­di­ger Stand­ort belässt es das «Länd­le» aller­dings nicht: Offen­bar hat man in der Block­chain, jener Tech­no­lo­gie, auf der die mei­sten Kryp­towäh­run­gen basie­ren, ein Poten­zi­al erkannt. Nun will man so schnell wie mög­lich gute Rah­men­be­din­gun­gen schaf­fen. Vom soge­nann­ten «Block­chain-Gesetz», wel­ches zur­zeit in der Ver­nehm­las­sung ist, erhofft sich das Für­sten­tum die Chan­ce, sich als Pio­nier her­vor tun zu kön­nen.

Stär­ke­re Ver­brei­tung der­Kryp­towäh­run­gen­Da­von pro­fi­tie­re auch Cryp­toz Liech­ten­stein, sagt Eric Bade, «denn rein­tech­nisch sind unse­re Dienst­lei­stun­gen von über­all mach­bar». Zukunfts­ori­en­tier­te Regu­lie­run­gen sei­en aber eben­so wich­tig. Den Unter­neh­men ver­schaf­fe dies Pla­nungs­si­cher­heit, und die Inve­sto­ren wür­den von hoher Trans­pa­renz pro­fi­tie­ren. Auch die Finanz­markt­auf­sicht des Für­sten­tums begeg­net den Unter­neh­mern mit Wohl­wol­len. «In der Schweiz hät­ten wir­lan­ge auf eine Zulas­sung war­ten­kön­nen», sagt Seve­rin Beusch.

Block­chain­wer­de «die Welt ver­än­dern», davon ist das Team von Cryp­toz Liech­ten­stein über­zeugt. Man wol­le im Bereich der Kryp­towäh­run­gen einen Teil dazu bei­tra­gen, dass die Tech­no­lo­gie Ver­brei­tung fin­det. Bade: «Noch steckt all das in den Kin­der­schu­hen. Wir müs­sen dar­auf gefasst sein, nicht nur auf Enthu­si­asten­zu tref­fen. Doch wir wol­len nicht auf unse­ren Ide­en sit­zen bleiben.Wir wol­len sie umset­zen.»

Ver­öf­fent­licht am 4. Dezem­ber 2018